Let’s talk Pinterest: Englisch-Coach Andreas Felis

Let's talk Pinterest: Englisch-Coach Andreas Felis

Nachdem ich zuletzt mit Maximilian Josch von Studimup darüber sprach, wie er seine Bildungsseite mit Pinterest bekannt machte, bleiben wir noch mal beim spannenden Thema Bildung auf Pinterest. Im Gespräch mit dem Englisch-Coach Andreas Felis, der auf Pinterest vor einigen Jahre zu früh dran war und nun einen neuen Versuch wagt, rückt der Fokus auf den Nutzen von Gruppen-Pinnwänden und die wachsende Akzeptanz von Pinterest im Bildungssektor. Aber lies selbst oder schau dir die Aufnahme an:

Lieber Herr Felis, stellen Sie sich doch bitte kurz vor. Wer sind Sie und was machen Sie?

Hallo, ich bin Andreas Felis und gebe Englisch-Nachhilfe und verkauf zudem eigene Unterrichtsmaterialien, zum einen übermeine eigene Webseite und zum anderen zum Großteil über den Lehrer-Marktplatz.

Das ist ein sehr populäres Tool, oder? Vermutlich das größte Portal dieser Art in Deutschland?

Könnte sein, ja. Dass man das Material verkauft, ist neu an der Sache. Es gab vorher schon ein paar Plattformen, wo es mehr um das Tauschen ging, aber dass man auch wirklich den Wert dieser Materialien anerkennt und sagt, okay, wir geben den Autoren ein kleines Honorar dafür oder eine kleine Verkaufsprovision, das ist ziemlich neu, ja. Das gibt es erst seit eineinhalb Jahren etwa.

Und das richtet sich konkret an Lehrer?

Ja, das richtet sich von der Idee her an Lehrer, eignet sich aber auch für Schüler oder Eltern, denn oftmals sind auch die Lösungen dabei und dann kann man das eigentlich auch zum Selbststudium verwenden.

Seit wann sind Sie auf Pinterest aktiv und was hat Sie dazu motiviert, auf Pinterest zu starten?

Auf Pinterest bin ich schon seit 2012, hab es damals sehr begeistert angefangen und dann aber gemerkt, es hat damals in Deutschland noch keiner gekannt und da war es für mich nicht sinnvoll, auch wenn ich da Erfolge erzielen konnte. Dann hatte ich sehr viele Leute aus den Vereinigten Staaten und die konnten dann nicht wirklich was mit meinen Materialien anfangen. Da hat die Zielgruppe nicht gepasst.

Seitdem aber der Facebook-Algorithmus geändert wurde, komme ich auf Facebook mit meiner Seite nicht sonderlich weiter und habe jetzt einen Neuanfang auf Pinterest gestartet und mache das seit sechs Monaten etwa sehr intensiv.

Ist Ihre Zielgruppe mittlerweile stärker auf Pinterest aktiv als noch vor ein paar Jahren?

Ja, auf jeden Fall. Ich habe schon das Gefühl, dass es jetzt verbreiteter ist. Man merkt das auch auf Facebook, wo es jetzt Gruppen gibt, die sich mit dem Thema auseinandersetzen. Auch wenn man unter Kollegen fragt, merkt man schon, dass es mittlerweile der ein oder andere zumindest kennt oder vielleicht auch schon sporadisch nutzt. Es ist noch nicht ganz so weit, wie es vielleicht wünschenswert wäre, aber man merkt schon, dass es sich deutlich gesteigert hat im Vergleich zu damals.

Immer mehr Zielgruppen wandern auf PinterestClick To Tweet

Sie sind mit „Englisch Nachhilfe“ ja extrem nischig auf Pinterest unterwegs. Wie sind Sie in diese Nische gekommen und lohnt es sich?

Die Nische hatte ich ja schon davor, also die Englisch-Nachhilfe, und Pinterest war für mich damit eigentlich selbstverständlich. Ich habe mir ja nicht die Frage gestellt, ich möchte auf Pinterest was machen, sondern hatte die Nische so gesehen schon.

Ich habe den Eindruck, dass der Bereich Bildung auf Pinterest sehr gut funktioniert, zumindest im amerikanischen Markt. Dort hatte Pinterest ja vor einigen Jahren bereits einen speziellen Bereich für Learning eingerichtet. Merken Sie im deutschen Bereich, dass sich da was tut, dass etwa viele Kollegen dort unterwegs sind oder dass es immer mehr Inhalte gibt?

Ja, ich denke schon. Im Lehrer-Marktplatz gibt es einen Autorenbeirat und Gruppen, über die man sich austauschen kann. Da merkt man schon, dass es vermehrt genutzt wird und dass die Leute nach einem Kanal suchen, über den sie auf ihre Materialen aufmerksam machen können. Und wie gesagt, nachdem Facebook so in die Knie gegangen ist, hat das der ein oder andere auch entdeckt.

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Was schätzen Sie am meisten an Pinterest?

Am meisten schätze ich die Langlebigkeit der Pins. Ich kann jetzt noch sehen, dass die Pins, die ich 2012 eingestellt habe, noch auffindbar sind und immer noch Traffic bringen. Vielleicht nicht ganz so viel wie die aktuellen, aber man merkt einfach, dass sich das zeitliche Investment langfristig auszahlt. Das ist ein ganz großer Vorteil im Vergleich zu anderen Kanälen, wie beispielsweise Twitter wo sich nach einer halben Stunde schon niemand mehr interessiert, weil die neuen Beiträge so schnell reinkommen. Auf Pinterest kann man dagegen auf lange Zeit Erfolge erzielen.

'Das zeitliche Investment auf Pinterest zahlt sich langfristig aus' - Englisch-Coach Andreas Felis im Pinterest-InterviewClick To Tweet

Wie sieht Ihre Pinterest-Strategie aus?

Ich habe eine Excel-Tabelle, in die ich meine Pins eintrage und auch Notizen mache oder auch notiere, welchen Pin ich auf welches Board gepinnt habe. Bei manchen Pins habe ich auch zwei oder drei verschiedene Versionen. Dann versuche ich möglichst viel zu verteilen und das wirklich konsequent, also wirklich jeden Tag was zu pinnen.

Welches sind Ihre drei erfolgreichsten Pins?

Erstellen Sie jeden Tag neue Pins?

Bis jetzt nicht, aber schon häufiger, circa einmal die Woche.

Dabei gehen Sie vermutlich von dem Content aus, den Sie auf der Webseite haben, d.h. immer wenn etwas dazu kommt, erstellen Sie auch einen Pin?

Ja, genau. Zu Repins, also Pins von anderen, mache ich mir jetzt nicht groß die Notizen dazu. Aber es ist schon Teil meiner Strategie, dass ich mir auch überlege, was könnte meine Zielgruppe sonst noch so für Interessen haben.

Führen Sie auch Keaword-Recherchen in der Pinterest-Suche durch, um herauszufinden, was so die Pain Points Ihrer Zielgruppe sind?

Ja, das habe ich gemacht, zu schauen in welcher Reihenfolge solche Begriffe genutzt werden oder was für Unterkategorien es noch gibt. Man kann das ja immer ganz gut sehen, wenn man nach ein, zwei Begriffen sucht, was da noch so für Vorschläge kommen. Das nehme ich dann schon noch auf.

Wie erstellen Sie Ihre Grafiken, nutzen Sie ein bestimmtes Tool?

Ja, das ist ein ganz einfaches Programm, nennt sich Paintnet, das ist ganz einfach. Ich hatte früher ein Photoshop, mit dem ich gut klargekommen bin, aber das läuft auf dem neuen Betriebssystem nicht mehr. Wenn man sich erstmal eingearbeitet hat in ein Programm, dann sind ja oftmals die gleichen Sachen, die man braucht. In dem neuen Programm nutze ich auch nicht alle Funktionen, aber die, die ich brauche, kenne ich.

Wie viel Prozent Ihres Traffics kommt von Pinterest?

Das schwankt. Ich hab das Gefühl, es war vor ein paar Monaten mal besser. Es sind so um die 10 Prozent, wobei ich auch sagen muss, dass viele meiner Pins auf den Lehrer-Marktplatz verlinken und dort habe ich keinen genauen Einblick in die Statistiken. Dort kann ich nur sehen, wenn ich etwas verkaufe und da Zusammenhänge oder Rückschlüsse ziehen.

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Sie haben ja auch einige Gruppenboards, auf denen Sie mitpinnen und die Sie auch selbst pflegen. Wie finden Sie Teilnehmer und wie managen Sie diese Boards aktiv, dass da beispielsweise kein Spam drauf ist?

Damit hatte ich bislang noch gar kein Problem. Gut, es sind manchmal Pins dabei, wo ich mir denke, das ist ein bißchen am Rande des Themas, wo es wünschenswert wäre, es wäre genauer. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass es schwierig ist, wenn man so ein Gruppenboard erstellt und das Thema zu eng fasst, dann gibt es wiederum kaum noch Pins, die wirklich passen. Insofern muss man sich darauf einstellen, dass man das Thema etwas breiter fasst. Vielleicht kommt es in den nächsten Jahren, wenn es von mehr Leuten genutzt wird. Ich finde durchaus, dass man da etwas strikter sein kann, aber momentan muss man sich ein wenig darauf einstellen, dass es etwas breiter gefächert wird.

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Auf die Leute, die mitpinnen wollen, bin ich über den erwähnten Autorenbeirat gestoßen, zum Beispiel. Oder Kollegen, die ich schon längere Zeit kenne. Ich habe auch meine E-Mail-Adresse auf dem Board und bin auch schon von drei, vier Leuten angeschrieben worden, die nachgefragt haben, ob sie mitpinnen können.

Haben Sie irgendwelche Regeln auf dem Board? Man liest ja häufig, dass man für jeden Pin, den man pinnt, einen Pin vom Board teilen soll.

Ja, bei ein paar Boards habe ich das drauf. Ich habe bis jetzt noch keine Möglichkeit gefunden, das wirklich genau zu kontrollieren. Bei Boardbooster gab es, glaub ich, irgendwo so eine Funktion. Ja, den vermisse ich sehr. Mittlerweile nutze ich Tailwind, bin aber erst dabei mich in alle Funktionen reinzupfriemeln. Das nutze ich jetzt erst seit zwei Wochen, notgedrungen dadurch, dass es den Boardbooster eben nicht mehr gibt. Ich habe die Funktion bei Boardbooster aber auch nicht wirklich genutzt, nur halt mal entdeckt und gedacht, ja, wenn man mal Zeit hat…

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Boardbooster war meines Wissens das einzige Tool, das etwas in der Richtung angeboten hat. Ich stelle es mir recht müßig vor, wenn man ein Gruppenboard pflegt, dann auch wirklich zu prüfen, dass sich die Teilnehmer an die Regeln halten.

Ja, man muss sich auch fragen: Lohnt sich der Aufwand? Es macht vielleicht Sinn, wenn es wirklich größere Gruppenboards sind. Oder wenn man feststellt, es läuft immer irgendwas schief. Dass man dann diejenigen raussuchen kann, die das Problem verursachen. Aber solange es so läuft, bin ich da nicht so strikt.

Sehen Sie Gruppenboards eher Mittel zur Reichweitensteigerung, wie es ja von vielen, gerade US-amerikanischen Bloggern propagiert wird oder eher als Kollaborationstool, wie es Pinterest selber favorisiert?

Ich sehe Gruppenboards vor allem als Kollaborationstool. Über eine Reichweitensteigerung habe ich mir dabei gar keine Gedanken gemacht. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass ich meinen Followern bestmöglichen Content liefern kann. Und der lässt sich eben gelegentlich auch bei Mitbewerbern finden. Meines Erachtens profitiert das Board und somit mein Account dennoch davon.

Was vermissen Sie an Pinterest?

Eine Looping-Funktion fände ich sehr toll, wie es die bei Boardbooster gab. Ich probiere das jetzt bei Tailwind aus. Was ich mir noch wünschen würde, wäre eine Übersicht, dass ich besser im Blick behalten kann, welcher Pin schon auf welchem Board ist. Ich mache das momentan über eine Excel-Tabelle, aber da wäre eine integrierte Lösung schön.

Lieber Herr Felis, herzlichen Dank für das Interview!

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