Hootsuite vs. Buffer: Stärken und Schwächen beim Einsatz mit Twitter

Autor: Johannes Keil

Hootsuite oder Buffer? Wer Social Media-Kanäle professionell verwalten will, steht irgendwann vor dieser Frage. Wir stellen Ihnen die Vorteile und Schwächen beider Tools beim Twittern vor.

Hootsuite für Twitter

Hootsuite ist eines der beliebtesten Tools zum Managen von Social-Media-Kanälen. Obwohl mit Hootsuite neben Twitter noch viele andere soziale Netzwerke verwaltet werden können, spielt das Tool gerade hier seine Stärken aus, was natürlich auch an der vergleichsweise offenen API von Twitter liegen mag.

Der breite Funktionsumfang von Hootsuite ermöglicht es, alle Facetten Ihrer Social Media-Aktivitäten zu verwalten:

  • Veröffentlichen & Vorausplanung (letzteres anhand eines Kalenders oder sogar per Upload aus einer csv-Datei)
  • Beantwortung von Anfragen von Followern
  • Team-Zusammenarbeit (Tweets und Antworten delegieren, Markierungsmöglichkeit, Nachverfolgung von Nachrichten usw.)
  • Anpassbare Analysen und Beobachtung von Aktivitäten, wobei die dazugehörigen Berichte auch vorausgeplant werden können.
  • Die Möglichkeit, sich den Umgang mit Hootsuite im Rahmen von Weiterbildungen an der Hootsuite University anzueignen. Diese Weiterbildungsformen sind sehr praktisch ausgerichtet, indem Best Practices von großen Marken und Plattformen vorgestellt werden. In der Regel besteht am Ende eines Kurses die Möglichkeit, ein Examen abzulegen, für das man bei Bestehen ein Zertifikat als “Hootsuite Professional” erhält.

Wie man aus dem Funktionsumfang schon erkennt, liegen die Vorzüge von Hootsuite in der großen Auswahl an Features, die über die Jahre kontinuierlich weiterentwickelt wurden. Denn fast schon eine Ewigkeit ist Hootsuite auf dem Markt (seit 2008), was im Gegensatz zu vielen anderen Tools, die nach einiger Zeit wieder verschwunden sind, bedeutet, dass das Produkt mittlerweile sehr ausgereift ist. Deshalb findet man sich in der Regel auch ganz gut zurecht und wenn nicht, lassen sich verständliche und hilfreiche Infos zu speziellen Funktionen auf der Webseite/dem Blog von Hootsuite finden. Darüber hinaus stellt Hootsuite im Rahmen der sogenannten Hootsuite University ein Kursangebot zur Verfügung, das monatlich abgerecht wird und mit 16,99 € nicht sonderlich kostenintensiv ist.

Hootsuite: Der Alleskönner

Insgesamt lässt sich feststellen: Man kann mit Hootsuite einfach alles machen, was im Social Media Management denkbar ist. Dabei hat gerade das ausgefeilte Monitoring für den Einsatz mit Twitter seine besonderen Qualitäten, denn man kann Erwähnungen, Listen, Favoriten, Hashtags, Keywords, Follower, Homefeed, Retweets, Feeds von Wettbewerbern im Marktsegment und vieles mehr verwenden. Diese verschiedenen Bereiche kann man sich übersichtlich zu so genannten Streams zusammenfassen, sodass sich normalerweise sehr aufwendige Tätigkeiten wie Marktbeobachtung, Wettbewerbsanalyse und Brand Monitoring in einem hohen Maße automatisieren lassen. Auch Events, Influencer und Hinweise auf sich anbahnende Shitstorms können so einfach verwaltet werden. Zudem können RSS-Feeds automatisch bei Hootsuite eingebunden werden. Dadurch lässt sich erheblich Zeit sparen, da nicht jede Social-Media-Plattform einzeln mit Inhalten bestückt werden muss. Jedoch erscheint es ratsam, die automatisierten Post auf den einzelnen Plattformen nochmal zu kontrollieren. Denn die Formatvorgaben der verschiedenen Social-Media-Kanäle führen dazu, dass manchmal Posts z.B. mit Bildern und Videos nicht genau so angezeigt werden, wie erwartet, was Korrekturen notwendig macht.

Außerdem ist es sehr komfortabel, direkt auf Erwähnungen zu antworten, ohne dabei die Plattform verlassen zu müssen und natürlich sollten auch die Möglichkeiten hier Erwähnung finden, die Hootsuite für die Planung von Tweets und anderen Beiträgen für die sozialen Medien zur Verfügung stellt:

  • AutoPlanung (AutoSchedule): bei dieser Funktion wird ein Beitrag so veröffentlicht, dass er möglichst viele Interessenten erreicht. Das bedeutet, dass ein Beitrag von Hootsuite entsprechend eines eigens entwickelten Algorithmus zum besten Zeitpunkt veröffentlicht wird. So kann man sich durch diese Funktion die zeitliche Planung von Tweets sparen.
  • Die Möglichkeit, Tweets genau nach Datum und Uhrzeit vorauszuplanen, bietet die Hootsuite natürlich auch.
  • Zudem ist es möglich, Entwürfe von Tweets oder anderen Social Media-Beiträgen zu speichern und im Team auszutauschen.

Den vollen Funktionsumfang bezüglich der Veröffentlichungsoptionen offenbart Hootsuite unter dem Menüpunkt „Publisher“, der es erlaubt Tweets oder andere Social-Media-Updates anhand eines Kalenders zeitlich festzulegen. Zudem kann man hier csv-Dateien hochladen, mit Text und Uhrzeit für die Veröffentlichung.

Hootlet: Der Social-Media-Surfer

Sehr praktisch ist auch die Browser-Erweiterung namens Hootlet, die es einfach möglich macht, Inhalte im eigenen Netzwerk zu teilen, während man im Netz surft. Die kleine Eule der Hootlet-Erweiterung begleitet einen dann ab der Installation des Add-ons, indem sie bei jedem Klick auf einen herkömmlichen Tweet-Button auf einer Webpage nunmehr als weitere Option angezeigt wird. Nach einem Klick auf das Eulen-Icon öffnet sich eine Dialogbox, die es erlaubt auf die gängigsten Funktionen von Hootsuite zuzugreifen:

Hootsuite-Schwäche: Design und Umfang der Gratisversion

Nach dieser Lobhudelei auf Hootsuite – denn man kann damit wirklich viel anstellen – darf jedoch nicht unerwähnt bleiben, wo das Tool eine Schwäche aufweist. Letztlich ist die Schwäche Geschmackssache, denn es geht um das Design der Oberfläche, das trotz mehrerer Redesigns in der Vergangenheit weiterhin sehr sperrig daherkommt. Sind doch die Oberflächen von Social-Media-Netzwerken durchwegs optisch ansprechend gestaltet, da man hier ja gerne seine Freizeit verbringen soll, so taucht man beim Öffnen von Hootsuite auf einem Desktop instantan in eine Arbeitsatmosphäre ein. Sicherlich ist Hootsuite genau für einen professionellen Einsatz konzipiert, allerdings stellt sich die Frage, ob in diesem Umfeld ein kreativer Raum zur Erarbeitung von fetzigen Inhalten geboten wird. Und man fragt sich zudem, warum die Desktop-Version von Hootsuite so aussehen muss, wenn doch die mobile App von der Firma ansprechend gestaltet wurde.

Die zweite Schwäche des Tools ist die Erstellung von Berichten, die bei fast allen anderen Social Media Tools in einer kostenlosen Version umfänglicher zur Verfügung stehen. Denn obwohl es eine kostenlose Variante von Hootsuite gibt, sind die Berichte in dieser Version sehr knapp gehalten. Sicherlich kann man das Anliegen von Hootsuite verstehen, zahlende Kundschaft zu generieren, jedoch kann bezweifelt werden, ob sich an die Umfänglichkeit von Berichten eine Kaufentscheidung knüpft. Vielmehr wird es die Anzahl der Netzwerke sein, die sich verwalten lassen, die das Pro oder Kontra für ein Management-Tool bedingt, gerade wenn Berichte mittlerweile auch schon in sehr ausgefeilter Form und kostenlos von den wichtigsten Social-Media-Netzwerken angeboten werden, wie bei Twitter Analytics.

Somit sollten Sie sich bei der Entscheidung für Hootsuite zunächst über Ihren Bedarf klar werden und die Kosten abwägen. Denn mit Hootsuite stehen defacto alle Möglichkeiten zum effizienten Verwalten von Social-Media-Kanälen zur Verfügung, jedoch bedingt der große Funktionsumfang eine gewisse Komplexität, wodurch Einarbeitungsaufwand notwendig wird. Da aber auch in der Welt des Social Media Marketings ein stetiges Streben nach dem Prinzip „Größer, Höher, Besser“ erkennbar ist, bin ich mir darüber im Klaren, dass mein Ratschlag eigentlich unpassend ist. Aber verkneifen kann man es sich ja auch nicht, deshalb: Probieren Sie doch erstmal den 30 Tage Gratis-Test der Pro-Version aus und entscheiden Sie dann, ob nicht vielleicht auch ein einfacheres Tool Ihre Anforderungen erfüllt.

Buffer für Twitter

Was Komplexität anbelangt, ist Buffer sicherlich das komplette Gegenteil zu Hootsuite. Der Funktionsumfang ist deutlich eingeschränkter, wodurch ein einfaches und übersichtliches Werkzeug zur Verwaltung von Social-Media-Kanälen bereitgestellt wird, mit dem sofort durchgestartet werden kann.

Genau die Einfachheit ist es, die Buffer zu einem wertvollen Werkzeug macht, denn es bedarf keiner langwierigen Einführung, da es sehr nutzerfreundlich gestaltet ist, indem sich die Features selbst erklären. Es gibt keinerlei Extra-Knöpfe und Menüs, die nicht im täglichen Gebrauch von besonderer Wichtigkeit sind, sondern das Werkzeug beschränkt sich auf das Essentielle.

Buffer: zeitliche Planung von Posts als Key Feature

Um den Funktionsumfang genauer zu beschreiben noch eine Anmerkung der grundsätzlichen Ausrichtung von Buffer in Abgrenzung zu Hootsuite: Ist Hootsuite darauf ausgerichtet, den gesamten Prozess des Social Media Management durch Automatisierungen zu ergänzen und zu verbessern, so liegt der Fokus von Buffer klar darauf, die zeitliche Planung von Post und Tweets zu steuern. Somit besteht die Idee von Buffer eigentlich darin, Posts und Tweets sehr einfach und komfortabel vorauszuplanen, indem ein Zeitpunkt für die Veröffentlichung festgelegt wird. Diese Tweets und Post werden dann zum festgelegten Zeitpunkt veröffentlicht, sodass man in Momenten, in denen man nicht in den sozialen Netzwerken aktiv sein kann, trotzdem präsent ist. Somit kann man Buffer neben Twitter auch mit Facebook, LinkedIn, Pinterest und App.net. verbinden.

Neben der Planungsfunktionalität enthält Buffer die Möglichkeit RSS-Feeds einzubinden, die dann einfach geteilt werden können. Somit können beispielsweise Inhalte aus Blogs aus einem speziellen Bereich übersichtlich erfasst und veröffentlicht werden. Allerdings steht diese Funktionalität nur in der Bezahlversion zur Verfügung.

Buffer: keine Einarbeitungszeit

Somit lässt sich an dieser Stelle festhalten, dass mit Buffer auch unerfahrene Social-Media-Nutzer auf Anhieb mit der professionellen Planung von Tweets und Post beginnen können und für diese Aktivitäten und Interaktionen einfache Berichte und Analysen bereitgestellt werden. Diese einfachen Berichte sind vollkommen ausreichend, um zu sehen, welche Tweets und Posts die beste Performance geliefert haben, sodass weitere Beiträge optimiert werden können. Dabei ist es im Einsatz mit zeitkritischen Social-Media-Plattformen wie Twitter sehr hilfreich, dass Buffer über einen Button namens „Re-Buffer this Post“ verfügt, mit dem Tweets nochmal und zur besten Zeit veröffentlicht werden können. Denn beispielsweise bei Twitter kann so die Reichweite von Posts teils erheblich gesteigert werden.

Für elaboriertere Auswertungen muss man auf die Bezahlversion umsteigen. Das kann sich allerdings nicht nur wegen der detaillierten Berichte lohnen, da man dann zum Beispiel auch mit anderen Personen zusammenarbeiten kann.

Natürlich gibt es auch für Buffer eine Browser-Erweiterung. Nach der Installation können folgende Features benutzt werden:

  • Tastaturabkürzungen können verwendet werden, wodurch sich das Teilen von Inhalten verschnellert.
  • Buffer Button Overlay, wodurch ein kleines Buffer-Logo auf jedem Bild erscheint. Durch Klicken auf das Logo kann das Bild geteilt werden.
  • Buffer-Integration in die beliebtesten Social-Media-Kanäle, wodurch man einen Buffer-Button auf Twitter, Tweetdeck, Facebook, Pinterest, Reddit usw. zur Verfügung hat.

Die Browser-Erweiterung bietet auf einem zweiten Reiter eine weitere Funktionalität namens “Power Scheduler”, wodurch es sehr einfach gemacht wird, die Veröffentlichung von Nachrichten für verschiedene Social-Media-Netzwerke zu unterschiedlichen Zeiten voraus zu planen.

Es ist auch möglich, Videos zu teilen, wodurch Buffer nun auch im stark wachsenden Bereich der Bewegtbildinhalte in Social-Media-Netzwerken als hilfreiches Werkzeug bereitsteht. Mit Pablo bietet Buffer ein Tool an, mit dem Fotos mit einigen Effekten angepasst werden sowie mit einem Claim/Slogan oder einem Zitat versehen werden können, bevor die Bilder auf verschiedenen Social-Media-Kanälen veröffentlicht werden können.

Buffer-Schwäche: keine Twitter-Feeds einbindbar

Gerade in Bezug auf Twitter ist Buffer jedoch etwas eingeschränkt, denn es ist nicht möglich seinen Twitter-Feed zu sehen oder direkt mit seinen Followern zu interagieren. Jedoch widerspricht eine solche Forderung nach einer Steigerung des Funktionsumfangs natürlich dem Anliegen von Buffer, nämlich eine Plattform bereitzustellen, die möglichst keine Einstiegshürden aufweist. Aber vielleicht würde Buffer durch die Möglichkeit einen Twitter-Feed einzubinden gar nichts von seinem Sex Appel verlieren? Auf jeden Fall würde sich die Anziehungskraft von Buffer auf dem deutschen Markt steigern, wenn eine deutschsprachige Version der Plattform bereitgestellt werden würde. Allerdings ist auf Nachfrage bei Buffer Anfang 2016 in nächster Zeit zunächst einmal nur eine spanische Buffer-Version in Planung.

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